Michael Wimmer
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Wimmer’s Kommentar

Michael Wimmer bezieht in seinen Kommentaren regelmäßig Stelllung zu den neuesten Entwicklungen in Kultur, Bildung und Politik.
Ergänzt werden diese durch eigene Begegnungen und Erlebnisse im Rahmen seiner Tätigkeit als Dozent, Autor und Berater.

11/02/2026

Der Erwerb von Sprachen und der Kulturbruch in der digitäen Ära

3 oder 2 Wochenstunden Latein, das ist für manche Menschen grad eine wichtige Frage.

Viel wichtiger aber erscheint mir die Frage, wie Schule, ja wie Gesellschaft als Ganzes künftig mit sprachlicher Verständigung umgehen wird bzw. warum die Vielfalt Sprachen überhaupt noch gelernt werden soll.

Fast alles spricht dafür, dass die Herkunft aus einer (falschen) Sprache schon in naher Zukunft kein Verständigungsproblem mehr darstellen wird. Schon jetzt ist die “Maschine” in der Lage, uns weitgehend fehlerfrei in ganz unterschiedlichen Sprachen zu verständigen. Und so werden Schülerinnen mit welcher Erstsprache auch immer schon bald ohne inhaltliche Verluste dem Unterricht zu folgen vermögen, ohne der Sprache der Lehrkraft bzw. der Erstsprachen der Mitschülerinnen mächtig zu sein (Umso wichtiger wird es, Souveränität in einer Sprache, wohl in der Regel der Erstsprache) zu erwerben. Also in Deutsch ebenso wie in Türkisch, Arabisch oder Farsi).

Das wird das Unterrichten in Klassen mit Schülerinnen unterschiedlicher Sprachhintergründe wesentlich erleichtern. Und es wird darüber hinaus noch einmal grundlegend überkommene Konzepte der nationalen Identität nachhaltig verändern, wenn Menschen in unterschiedlichsten Sprachen gleichermaßen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, ja das Miteinander bereichern.

Wenn aber der Erwerb einer bestimmten Sprache keine Voraussetzung mehr dafür darstellt, sich in welchen Gesellschaften auch immer zu verständigen, dann ändern sich die Gründe, warum es trotzdem noch Sinn haben kann, diese oder jene Sprache zu erlernen: aus historischem Interesse, aus kulturellem oder weil ich eine Liebesbeziehung mit einer anderen Person eingegangen bin, der ich auf den Grund gehen möchte.

Also kann es für bestimmte junge Menschen durchaus Sinn machen, auf Grund besonderer Dispositionen Latein oder Akkadisch zu lernen, andere mögen sich mit Chinesisch, Kiswahili, Dakorumänisch oder Kroatisch beschäftigen. So wie sie sich mit dem mittelalterlichen Rittertum, der niederländischen Renaissance oder der Arbeiterkultur des 19. Jahrhunderts in England beschäftigen.

Als eine Möglichkeit, unserer unbegrenzten Neugierde nachzugehen.

P.S. Das mit dem Argument, dass Latein die Grundlage für ein aufgeklärtes Gemeinwohl darstellt, das würd ich mir noch einmal überlegen

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