Michael Wimmer
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Wimmer’s Kommentar

Michael Wimmer bezieht in seinen Kommentaren regelmäßig Stelllung zu den neuesten Entwicklungen in Kultur, Bildung und Politik.
Ergänzt werden diese durch eigene Begegnungen und Erlebnisse im Rahmen seiner Tätigkeit als Dozent, Autor und Berater.

46 Beiträge
10/04/2026

Kultur als Rettungsanker – Wenn die Technik den Fortschritt übernimmt

Ja, die Marketeers der NASA sind schon gut. Seit Tagen laufen auf allen Kanälen Bilder von Artemis II, eine Mondmission, die im Grunde das wiederholt, was bereit vor 50 Jahren gelungen ist. Da können sich die Chinesen noch etwas abschauen. Und doch tun die Berichte unserer angeschlagenen Seele gut, die gerade auf die Möglichkeit eines […]

09/04/2026

Mozart und das Fremde

Vieles spricht dafür, dass die Mozart-Forschung seit 1990 im Detail noch einmal große Erkenntnisfortschritte gemacht hat. Und doch bleibt der Versuch des deutschen Schriftstellers und Malers Wolfgang Hildesheimer, mit der Rekonstruktion des Lebens dem Werk Mozarts noch einmal näher zu kommen ein bis heute gültiges besonderes Leseerlebnis. Immerhin versucht der Autor, sich mit seinen Äußerungen […]

08/04/2026

Kunst – Wenn die Nutznießer den Wert bestimmen

Rund um die Kanonisierungsversuche dessen, was Otto Mühl als seine Kunst in die Öffentlichkeit gebracht hat, ist zuletzt ein heftiger Streit ausgebrochen. Da sind zum einen diejenigen, die Kunst von ihren Bestehensbedingungen zu abstrahieren versuchen, um selbst die Definitionsmacht über diese zu übernehmen. Wie sie entstanden ist, das ist ihnen im Grund völlig wurscht; was […]

26/03/2026

Wir lassen uns von den depperten Wienern aber schon garnichts dreinreden, sie sollen zahlen und eine Ruh geben – eine Erinnerung

Zum aktuellen Konflikt Schloss Ambras gegen KHM fällt mir noch eine Geschichte ein: Als langjähriger Leiter des Österreichischen Kultur-Service (ÖKS) war ich auch zuständig für eine gedeihliche Zusammenarbeit zwischen meiner Organisation und dem Tiroler Kulturservice. Unser beider Aufgabe war es, kulturelle Aktivitäten in Schulen zu befördern, vor allem Künstlerinnen einzuladen, Schulen zu besuchen. In einem […]

26/03/2026

Sandbichler gegen Fine, das ist Brutalität – Wenn einseitige Kulturberichterstattung Rassismus befördert

Seit Tagen beherrscht der Konflikt zwischen der Leiterin der Sammlungen Schloss Ambras in Innsbruck und dem Generaldirektor des KHM die Kulturberichterstattung. Die Parteinahme des ORF ist eindeutig. In langen Stellungnahmen darf sich Frau Sandbichler über einen angeblich “toxische Führungsstil” ihres Vorgesetzen ausbreiten, ihre Anwälte kommen zu Wort, weitere anonyme Wortmeldungen dürfen sich dazu verbreitern, wie […]

23/03/2026

Mühl als Lackmustest für den Kunstbetrieb – Selten lässt sich der Bedeutungswandel von Kunst so eindeutig erzählen wie im Fall Otto Mühl.

  Immerhin sind die meisten von uns künstlerisch sozialisiert entlang eines unaufhebbaren Werkcharakters von Kunst, das ausschließlich ihren Wert bestimmen würde. Der Ausdruck dafür findet sich ebenso am; Zahlen setzenden Kunstmarkt ebenso in traditionellen Sammlungen, die das Kunstobjekt als ein physisches Ereignis, in den Mittelpunkt rückt.   Eine solche Sicht ist aufs Engste mit der […]

19/03/2026

Herzliche Gratulation an Constanze Wimmer zur Bestellung als Rektorin des Mozarteums!

    Eigentlich ist ja dem Mozarteum zu gratulieren, wenn sie sich mit ihr für eine klug-fachkundige, neugierige, vorausschauende und die Menschen verbindende Führungspersönlichkeit entschieden hat. Und das in einer Zeit, in der sich das Haus, darüber hinaus der gesamt (Kunst-)universitätsbetrieb auf der Grundlage des bisher Erreichten vor der größten Herausforderung seit seinem Bestehen befindet. […]

19/03/2026

(Fast) alles über nichts – Über die zunehmende Orientierungslosigkeit der Mittelschicht

Zugegeben, der neue Bodo Kirchhoff “Nahaufnahmen einer Frau, die sich entfernt” ( https://www.perlentaucher.de/buch/bodo-kirchhoff/nahaufnahmen-einer-frau-die-sich-entfernt.html ) hat bei der Kritik keine gute Nachrede. Irgendwie geschätzig, exotistisch und dazu ein wenig überzeugender Plot: Eine in die Jahre gekommene Frau, die ihrem Mann nach Mumbai nachreist. Sich dort in einen jüngeren Deutsch-Inder verliebt während sich der Mann mit einem […]

18/03/2026

Wenn Individualisierung Demokratie zerstört – und keiner merkt es

Ich höre es noch so wie heute: “Individualisierung” war das Schlagwort der Bildungspolitik der frühen 2000er Jahre. Die heute völlig aus der Öffentlichkeit verschwundene Claudia Schmied redete sich als Bildungs-, Kunst- und Kulturministerin den Mund fusslig, die je besonderen Potentiale der Schülerinnen zu entdecken, zu fördern und für die Entwicklung einer je eigenen Karriere nutzen […]

17/03/2026

Chancenbonus: Kulturelle Bildung jetzt, wann dann

Nichts könnte symptomatischer für den Zustand der österreichischen Bildungspolitik sein, als dass ausgerechnet ein führender Vertreter einer aus der ÖVP hervorgewgangenen wirtschaftsliberalen Partei sich gegen eine Schule zur Erzeugung und Vertiefung sozialer Ungleichheit ausspricht und dagegen gerichtete Maßnahmen vorschlägt. Wo sind die Zeiten, in denen es der SPÖ gelang, einen “Bildungsboom” auszulösen und damit vielen […]

16/03/2026

Gustave Courbet im Leopold-Museum: Eine Empfehlung, sich auszusetzen.

Zur Zeit zeigt das Leopold-Museum eine sehenswerte Ausstellung über das Gesamtwerk von Gustave Courbet ( https://www.leopoldmuseum.org/de/ausstellungen/150/gustave-courbet ). Was für eine Künstler-Existenz, der bereits zur Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgreich versuchte, sich mit seinen individuellen Anspruchen den dominanten Schulen zu entziehen und suf sich selbst zu vertrauen. Neu war mir auch sein Engagement während der Pariser […]

11/03/2026

Kunst, Freiheit und Verrat demokratischer Errungenschaften durch eine liberale Elite

“Die depperten Politikerinnen, die glauben, alles besser zu wissen und damit einem genialen Künstler ihrer Rasenmäger-Mentalität auszusetzen”. Dieses Argument höre ich in diesen Tagen oft, wenn es um den Intendanten der Salzburger Festspiele geht. Als verteidigte Markus Hinterhäuser als der letzte Mohikaner einen unbedingten Freiheitsbegriff, den uns die Politik als Gesellschaft längst ausgetrieben hat. Und […]

10/03/2026

Aladin El-Mafaalani – Der Spezialist der Widersprüche als Kulturvermittler

Vorneweg: Der jüngst veröffentlichte Text “Misstrauenesgemeinschaften” des deutschen Bildungssoziologen Aladin El-Mafaalani ist kein großer Wurf, eher ein Abfallprodukt des Vorlesungsbetriebs. Und doch formuliert der Autor auch in dieser kleinen Schrift einen seiner produktiven Widersprüche,die zum Weiterdenken einladen. Seine These diesmal lautet, dass der Erfolg des Staates beim Versuch, zum Nutzen der Benachteiligten ein immer dichteres […]

06/03/2026

Wenn Künstler autoritäre Regime schmücken – Über die Reinwaschung von Gestern und die Sensibilisierung für das Heute

Mit der Veröffentlichung seiner Studie “Genie und Gewissen” im Auftrag der Familie hat der Historiker Michael Wolffsohn die Diskussion um Herbert von Karjans Verhältnis zum Unrechtsregime der Nastionalsozialismus wiederbelebt ( https://www.perlentaucher.de/buch/michael-wolffsohn/genie-und-gewissen.html ). Während Wolffsohn dem Dirigenten allenfalls Opportunismus vorwirft, um seine Karriere um jeden Preis voranzutreiben sind es andere Historikerinnen wie Oliver Rathkkolb, die ihm […]

05/03/2026

Der Philosoph Hanno Sauer im Literaturhaus Graz: Wenn der Satz “Das Sein bestimmt das Bewusstsein” noch immer stimmt

Erfreulich groß war das Interesse an Hanno Sauers Präsentation seines neuen Essays zu “Klasse -Die Entstehung von Oben und Unten” im Grazer Literaturhaus. Full House für eine bereits auf dem Müllhaufen der Geschichte gewähnte soziologische Kategorie, um sich und andere in der Gesellschaft zu verorten. Sauers innovativer Zugang liegt wohl darin, dass er im Gefolge […]

03/03/2026

Was bedeutet heute Klasse? Welcher Klasse gehöre ich an? Und warum?

Lesung und Diskussion mit Hanno Sauer Heute 19 Uhr im Literaturhaus Graz, Elisabethstrasse 30 Hanno Sauer, Professor für Philosophie in Utrecht hat jüngst eine Studie zum Thema “Klasse – Die Entstehung von Oben und Unten” herausgebracht, die er heute im Literaturhaus Graz vorstellt. Ich hab den Text auch als einen Verortungsversuch des Autors selbst gelesen: […]

01/03/2026

Jim Jarmusch “Father Mother Sister Brother” – Wenn ein Film versucht, die Wahrheit über Familie zu sagen

Sie sitzen hilflos da: So sag doch etwas, erzähl etwas. Lass ihn/sie doch das, was unser Miteinander ausmacht, die Liebe, die Freude und das Interesse spüren, das Familienmitglieder empfinden (sollen), wenn sie einander besuchen. Das möchte man den Protagonistinnen zurufen, die wir in Jim Jarmusch’ Film “Father Mother Sister Brother” beobachten. Nichts von dem passiert, […]

28/02/2026

Marina Abramovic – Wenn eine Künstlerin Menschen zu Akteurinnen macht.

Die letzten Tage der Abramović-Ausstellung im Künstlerhaus – gerade noch geschafft ( https://www.albertina.at/albertina-modern/ausstellungen/marina-abramovic/?gad_source=1&gad_campaignid=21027759114&gclid=EAIaIQobChMItJG9jpT8kgMVudhEBx2nygMzEAAYASAAEgLGx_D_BwE ) Zuerst fällt auf, dass ich als Besucher umringt bin von jungen Menschen. Ein Gutteil des Publikums ist unter 20 Jahre alt, nein keine Schülerinnen-Gruppen sondern interessierte Jugendliche allein, als Paar, in kleinen Gruppen, die bereit sind, sich mit einer Künstlerin aus […]

27/02/2026

Was wir von der russischen Kulturpolitik lernen können – Instrumentalisierung funktioniert. Und österreichische Künstlerinnen spielen mit

Das Thema Kunst und Politik haben wieder Konjunktur. Am Beispiel der jüngst zu Ende gegangenen Berlinale zeigt sich einmal mehr, wie schwer es den kulturpolitischen Akteurinnen fällt, beide Sphären hinlänglich voneinander zu trennen. Und doch anzuerkennen, dass es keine künstlerische Äusserung außerhalb eines politischen Kontextes gibt. Wenn dieser freilich lobbyistische Züge annimmt – wie im […]

25/02/2026

Ankündigung der Lehrveranstaltung “Kulturpolitik und Öffentlichkeit”

Ich freue mich, auch in diesem Sommer eine Lehrveranstaltung zum Thema “Kulturpolitik und Öffentlichkeit” an der Universität Graz am Institut für Geschichte ankündigen zu können: https://online.uni-graz.at/kfu_online/ee/ui/ca2/app/desktop/#/slc.tm.cp/student/courses/801287?$ctx=lang=de&$scrollTo=toc_overview )Für Beginn Freitag 6.3. um 11:45 in den Räumen des Instituts für Geschichte in der Attemsgasse. Für eine rege kulturpolitische Diskussion , für die ich gern die Grundlagen liefere. […]

23/02/2026

Wenn sich Kunst über Politik stellt – Ein Missverständnis, mehr: eine Selbstbeschädigung

Auch im österreichischen Parlament wurde immer wieder Kunst debattiert, zumeist in negativer bis ablehnender Weise: Thomas Bernhard, Elfriede Jelinek, die Aktionisten, Kunst im öffentlichen Raum; der Tenor: diese Kunst wäre abstoßend, würde Österreich diffamieren, wäre gar keine Kunst. Und zum Besten der Bevölkerung gleich ganz zu verbieten. Diese Zuschreibungen wurden aus liberaler Sicht zurecht als […]

20/02/2026

Kunst, Kultur und Demokratie – Über das große Äpfel- und Birnen-Spiel

Im empfehlenswerten Podcast “Bühneneingang – Kultur von innen” hat zuletzt Anke Schad-Spindler in der 81sten Ausgabe ein kluges Resumé über das erste Jahr der Kulturpolitik unter Vizekanzler und Kunst- bzw. Kulturminister Andreas Babler gezogen: https://buehneneingang.simplecast.com/ Sie vermisst darin u.a. die Einlösung des Demokratie-Versprechens mithilfe von einschlägigen Maßnahmen in seiner Ressortzuständigkeit, das Babler bereits im Vorfeld […]

18/02/2026

G. W. Papst und Herbert von Karajan – Über Künstlersein vor, im und nach dem Nationalsozialismus

Gerade ist eine neue Karajan-Biographie des jüdisch-deutschen Historikers Michael Wolffsohn erschienen ( https://www.sueddeutsche.de/kultur/herbert-von-karajan-dirigent-nsdap-mitgliedschaft-li.3386612?reduced=true ). In “Genie und Gewissen” konzediert der Autor -im Gegensatz zur aktuellen Forschung – dem Dirigenten zwar gnadenlosen Opportunismus, um seine Kunst leben zu können. Mit dem Nationalsozialismus habe das Parteimitglied hingegen nichts am Hut gehabt. Es trifft sich, dass ich gerade […]

18/02/2026

Ausziehen oder Draussen Bleiben – von wegen Noble Begierden

Sehr positiv besprochen wurde zuletzt die Sonderausstellung im Palais Liechtenstein “Noble Begierden – Die Geschichte des europäischen Kunstmarkts” ( https://www.derstandard.at/story/3000000307225/neue-ausstellung-belegt-kunst-braucht-kommerz ). Gern hätte ich mir die Ausstellung angesehen. Leider bin ich an den Zugangsbestimmungen gescheitert. Bekleidet mit einer Lederjacke wurde mir der Zutritt verwehrt. Ich müsse diese laut Hausordnung an der Garderobe abgeben und meine […]

17/02/2026

Anklage gegen Jacques Lang – Der Selbstfaller eines kulturpolitischen Denkmals

In Frankreich agiert Rachida Dati seit Beginn 2024 als Kulturministerin. Als schillernde Aufsteigerinnen-Figur unterstützte sie die Karriere von Nicolas Sarkozy und war dann selbst in wichtigen politischen Funktionen, u.a. als Justizministerin in der Regierung François Fillon tätig. Zur Zeit durchläuft sie eine Reihe von Justizverfahren wegen Korruption, Einflussnahme und Untreue. Es kam zu Haus- und […]

16/02/2026

Ja, es ist ein Kreuz mit der Kirche – Rainer im Dom

Der Dompfarrer Toni Faber will es so. Und der Unternehmer und Sammler Werner Trenker zieht großen Nutzen daraus. Also hängen seit ein paar Tagen 77 Kreuze gegen den erklärten Willen des Schöpfers Arnulf Rainer in der Wiener Stephanskirche. Morgen gibt sich der Bundeskanzler persönlich die Ehre, die “Ausstellung” zu eröffnen. Aus dieser Kunst-Inszenierung lässt sich […]

13/02/2026

Unbildung ist Macht: Bildungs- und Wissenschaftsfeindlichkeit als politische Ressource

Zu Beginn eines Buches über “Das Ende des Gemeinwohls” erzählt Michael Sandel, wie sich wohlhabende US-amerikanische Familien mit zum Teil unglaublich viel Geld und noch mehr Tricks den Zugang zu den IVY-Leagues-Universitäten kaufen. Er zeigt damit die strukturellen Nachteile einer meritokratisch verfassten Gesellschaft, in der Bildungszertifikate (als Währung für Kulturelles Kapital) übe die Stellung in […]

11/02/2026

Der Erwerb von Sprachen und der Kulturbruch in der digitäen Ära

3 oder 2 Wochenstunden Latein, das ist für manche Menschen grad eine wichtige Frage. Viel wichtiger aber erscheint mir die Frage, wie Schule, ja wie Gesellschaft als Ganzes künftig mit sprachlicher Verständigung umgehen wird bzw. warum die Vielfalt Sprachen überhaupt noch gelernt werden soll. Fast alles spricht dafür, dass die Herkunft aus einer (falschen) Sprache […]

08/02/2026

Jetzt kriegen Künstlerinnen auch noch Geld nachgeworfen

Vor ein paar Tagen ist im Standard ein Bericht von Viktoria Kirner erschienen, in dem sie über ein Pilotprojekt in Irland berichtet, bei dem 2000 Musikerinnen per Losentscheid mit einem voraussetzungslosen Grundeinkommen ausgestattet werden. Ich lese diesen Beitrag vor dem Hintergrund Michael Sandels Kritik der Verdienstgesellschaft (Meritokratie), wonach seine in Geldwert ausdrückbare Leistung darüber entscheidet, […]

05/02/2026

Die Farce um das Unterrichtsfach Latein und die humanistische Borniertheit

In Österreich besuchen rund 20% einer Alterskohorte eine Höhere Schule. Die verfügbaren Statistiken weisen aus, dass im ausdifferenzierten Höheren Schulangebot rund die Hälfte der Schülerinnen das Unterrichtsfach Latein besuchen, dass wären dann rund 10% der jungen Menschen. Mit der Ankündigung des amtierenden Unterrichtsministers, das Latein-Angebot zugunsten lebensnaher Kompetenzvermittlung moderat zu kürzen, erhebt sich jetzt beiter […]

30/01/2026

Dürfen die denn das überhaupt? – Cherien Dabisdas und ihr Film “Im Schatten des Orangenbaums” ( https://www.youtube.com/watch?v=75v4jEERoHQ )

  Erst wenn man die meisten Kritiken zum Film von Cherien Dabisdas “Im Schatten des Orangenbaums” gelesen hat, von welch einseitigem Bias das öffentliche Gespräch über das ebenso erzwungene wie misslingende Zusammenleben von Israelis und Palästinensern hierorts geprägt wird. Sie sprechen von einem bitteren, einseitigen Film, der die Untaten der israelischen Besatzung grell beleuchtet und […]

29/01/2026

Musik kann garnichts. Ausser Musik sein.

Ich geb zu, dass ich diversen advocacy studies gegenüber immer etwas skeptisch war, die suggerieren wollten, Musik mache irgendwie besser, klüger, schlauer, empathischer als….ja, als was. Schnell zur Stelle waren da die musikaffinen Gehirnforscher Marke Hüther, die in teuren Selbstbestätigungsprogrammen einer tendentiell marginalisierten Gruppe den Bauch gepinselt haben, dass ihre musikalische Begabung sie gegenüber allen […]

24/01/2026

Es gibt keinen gesellschaftlichen Grund für Kunst (mehr) – Als Anspruch ist sie nur um gemeinsamen Wollen von Produzentinnen u n d Rezipientinnen zu retten

Wenn die Rolle der Kunst in der Moderne darin bestand, als kritisches Medium zur Vermittlung von Geschichtphilosophie an der Spitze des Fortschritts zu stehen (und damit in äußerster Spannung zur Kultur), so ist diese heute weitgehend obsolet geworden. Nach dem “Ende der Geschichte” in Gestalt der liberalen Demokratie hat sich diese Aufgabe erledigt. Und so […]

24/01/2026

Austria First oder Avusturya ilk – Hier wird (nur) Deutsch gesprochen, von wegen

Zur Erinnerung: 2023 forderte die FPÖ Einsprachigkeit in Deutsch. Auch in den Pausen sollten Kinder, deren Erstsprache nicht Deutsch ist, sich ausschließlich in deutscher Sprache verständigen ( https://www.fpoe-stmk.at/blog/detail/an-steirischen-schulen-spricht-man-deutsch-auch-in-den-pausen ). Als politischer Beobachter könnte man meinen, dass der Freiheitlichen Partei die Identifikation mit der deutschen Sprache ein ganz besonderes Anliegen ist. In diesen Tagen wird breit […]

22/01/2026

Über Erinnern und der Illusion von Identität – Gedanken zu Abschied(e) von Julian Barnes

In diesen Tagen erscheint – breit beworben – das letzte Buch Julian Barnes “Abschied(e)”. Die zahlreichen Buchbesprechungen berichten allesamt davon, dass beim 80jährigen Barnes eine seltene Form von Rückenmarkskrebs diagnostiziert worden ist. Die Erkrankung sei zwar nicht unmittelbar totbringend, habe den Autor aber dazu bewogen, rund um diesen Befund ein Buch der Abschiede, seinen eigenen […]

20/01/2026

Kultur ist keine Kunst – Eine Erinnerung an Rudolf Burger

“An einem Philosophen ist es eine Nichtswürdigkeit, zu sagen, das Gute und dasSchöne sind Eins. Fügt er gar noch hinzu: und das Wahre!, so soll man ihn prügeln. Die Wahrheit ist hässlich” (Friedrich Nietzsche) Immer wieder kehre ich in Gedanken zu Rudolf Burgers Rektoratsrede von 1995 “Kultur ist keine Kunst” zurück ( https://www.jstor.org/stable/23984028 ). Mit […]

19/01/2026

Über die Eindeutigkeit von Politik – Und der Vieldeutigkeit von Kunst

Zuletzt hat Stefan Grissemann im profil nochmals über das breeindruckende politische Engagement einer Reihe von iranischen Künstlerinnen hingewiesen ( https://www.profil.at/…/kunst-diktatur-kultur…/403121969 ). Er wollte damit den Beweis der politischen Wirksamkeit künstlerischen Tuns antreten – Damit aber nimmt er möglicherweise in bester Absicht der Kunst genau das, was nur sie vermag. Künstlerinnen wie Taraneh Alidosti, Mohammed Rasoulof […]

16/01/2026

“When Art Is Not Working But Active” – Was aus Franklin Roosevelts kulturpolitischem Konzept zu lernen ist

  Seit rund 40 Jahren verfolgt die Sozialdemokratie die Strategie des “Kleineren Übels”. Und ist seit dem kometenhaften Aufstieg Jörg Haiders auch kulturpolitisch immer inhaltsleerer geworden. Und so ist aus einer Partei mit dem Anspruch zur Alleinregierung eine Verteidigungstruppe ehemaliger Aufsteigerinnen geworden, die gerade noch rund 18% der Wählerstimmen auf sich vereint.   Weitgehend undiskutiert […]

15/01/2026

Kunst zwischen Einheit und Vielheit – Nachdenken über einen “vernünftigen Pluralismus” entlang von Jürgen Goldstein

  Während über die Welt ganz praktisch-politisch gerade von einer Welle der erzwungenen Vereinheitlichung überrollt wird, machen sich Theoretiker daran, noch einmal das Loblied eines “vernünftigen Pluralismus” anzustimmen.   So auch der Koblenzer Philosoph Jürgen Goldstein, der in seinem Essay durch die Geschichte seiner Zunft führt, die er als immer wieder erneuerten Kampf zwischen Einheit […]

13/01/2026

Oben und unten – Der Kampf um Distinktionsgewinne findet statt, in jeder Gesellschaftsform

Autorinnen sind auch nur Menschen. Manche von ihnen vermögen, beeindruckende Romane zu schreiben. Um doch immer mehr ins rechtsautoritäre Lager zu driften. Zu groß offenbar der Wunsch, die eigene Irrationalität nicht nur künstlerisch auszuleben. Uwe Tellkamp ist so einer, der 2008 mit dem Romen “Der Turm” ( https://www.perlentaucher.de/buch/uwe-tellkamp/der-turm.html) einen exemplarischen Versuch unternommen hat,die letzten Jahre […]

10/01/2026

Damit wir es in diesen Tagen nicht vergessen: Es ist der soziale Kontext, der über Erfolg und Misserfolg entscheidet.

Es ist schon eine Weile her, dass ich einen Vortrag des deutschen Migrations- und Bildungssoziologen Aladin El-Mafaalani gehört habe. Er erzählte u.a. von einem Stammtisch, um den sich diejenigen, die meinen, etwas in der Gesellschaft zu sagen zu haben, versammeln und ihr Selbstverständnis pflegen. Mit halbem Augenzwinkern darf da schon einmal abfällig über Frauen, Behinderte, […]

08/01/2026

Kunst kann garnichts – und gerade darum ist sie lebensentscheidend.

Es muss wohl einer meiner ersten Besuche als junger Mann in Paris gewesen sein. Im Louvre schlenderte ich die Gemäldegalerien entlang. Und dann traf mich der Blick des Johannes des Täufers von Leonardo da Vinci. Und mir war, als blickte mir diese gemalte Gestalt bis ganz in mein Innerstes, als sähe sie all meine Schwächen, […]

07/01/2026

Sprengen und Wieder-Errichten – Weil der politische Kontext über den gesellschaften Nutzen bestimmt.

Ein lieber Freund hat mir gerade davon erzählt, dass es Bestrebungen gibt, die vom Bürgerkrieg beschädigte und seither leer stehende Oper in Damaskus wieder in Betrieb zu nehmen. Zugleich erfahren wir von der feierlichen Wiedereröffnung des Theaters in Mariopol durch die russische Verwaltung, ein Haus, der zuletzt als Schutzraum für die kriegsbedrohte Zivilbevölkerung genutzt wurde […]

06/01/2026

Das Ende der Kulturpolitik als Verwaltungsakt

Entgegen der grassierenden Jetzt-Vergessenheit hilft mir, draufkommen zu wollen, warum sich die aktuelle kultur-politische Diskussion als so leer erweist, mehr, warum ihr die gesellschaftspolitische Dimension weitgehend abhanden gekommen erscheint. In meiner Rückschau bin ich auf die ersten Kunstberichte des Unterrichtsressorts ab 1970/71 gestoßen, die geprägt waren vom kulturpolitischen Willen, der Österreich beherrschenden Dominanz eines konservativen […]

05/01/2026

“Die Musik verbindet mit der ganzen Welt!”

Diese Rückmeldung zu meiner Neujahrs-Konzert-Polemik ist mir besonders hängen geblieben. Ich kann die Hoffnung nur zu gut nachvollziehen, in all den Widrigkeiten, die zur Zeit die Welt beherrschen, muss es doch zumindest ein Medium geben, das uns alle irgendwie zusammenhält. Und die Welt zu einem besseren Ort macht. Und wenn schon der Herrgott nicht für […]

03/01/2026

Da hab ich etwas falsch gemacht – Und doch….

Ich geb zu, dass mich kaum eine Lektüre zuletzt so erschüttert hat wie Hanno Sauers “Klasse -Die Entstehung von Oben und Unten” ( https://www.perlentaucher.de/buch/hanno-sauer/klasse.html ). Da ist zum Einen sein Befund, wie schwer, ja unmöglich es ist, zumal im Rahmen demokratischer Verfassungen, dem Trend wachsener sozialer Ungleichheit realpolitischentgegen zu wirken oder gar umzurehen. Und da […]

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