Michael Wimmer
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Wimmer’s Kommentar

Michael Wimmer bezieht in seinen Kommentaren regelmäßig Stelllung zu den neuesten Entwicklungen in Kultur, Bildung und Politik.
Ergänzt werden diese durch eigene Begegnungen und Erlebnisse im Rahmen seiner Tätigkeit als Dozent, Autor und Berater.

13/02/2026

Unbildung ist Macht: Bildungs- und Wissenschaftsfeindlichkeit als politische Ressource

Zu Beginn eines Buches über “Das Ende des Gemeinwohls” erzählt Michael Sandel, wie sich wohlhabende US-amerikanische Familien mit zum Teil unglaublich viel Geld und noch mehr Tricks den Zugang zu den IVY-Leagues-Universitäten kaufen.

Er zeigt damit die strukturellen Nachteile einer meritokratisch verfassten Gesellschaft, in der Bildungszertifikate (als Währung für Kulturelles Kapital) übe die Stellung in der Gesellschaft entscheiden.

Die Trump-Regierung hat u.a. auch zum Angriff auf Schulen und Universitäten geblasen. Und gilt seither als selbstverliebt-unreflektierte Banause, der sich den Wahrheitsansprüchen des Wissenschaftsbetriebes entgegenstellt.

Eigentlich unverständlich für aller mit Wissenschaft Vertrauten. Und doch ein sehr rationales Kalkül, das sich vor allem an diejenigen richtet, die keine exzessiven Bildungskarrieren hinter sich gebracht haben.

Als typische Vertreterinnen eines unbedingten Bildungsglaubens verstehen wir nicht, warum so viele Menschen auch hierorts der Wissenschaft fernstehen, warum sie sie als für ihr Leben als irrelevant, jedenfalls für das wirkliche Leben als überbewertet ansehen (und ja, die konservativ-katholische Vergangenheit insbesondere der österreichischen Gesellschaft mag da auch noch mitschwingen). Und wir setzen also unsere Hoffnunbg auf Maßnahmen der Wissenschaftsvermittlung, um mit ausgewählten Ergebnissen den Wert der Wissenschaft in breitere Kreise zu tragen.

Aber um das geht es garnicht. Weil mehr und mehr Menschen erst gar nicht auf die Idee kommen, Wissenschaft als Medium der Rationalisierung des öffentlichen Diskurses hätte zumindest indirekt auch positive Effekte auch und gerade für sie. Sondern sie als ein Kampfinstrument sehen, das von den Bildungsbeflissenen gegen sie gerichtet wird, um sie dort zu halten, wo sie sind. In der gesellschaftlichen Unbedeutendheit.

Damit nutzt autoritäre Politik den Bildungs- und Wissenschaftsbetrieb als Punching-Ball für eine Mehrheit, für deren eigene unzertifizierte (und unzertifizierbaren) Fähigkeiten und Fertigkeiten sich niemand interessiert. Und so mit zunehmenden Stolz das Etikett der ungebildeten und wissenschaftsaversen “Deplorables” (Hillary Clinton) herumtragen. Zumindest das.

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