Michael Wimmer
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Wimmer’s Kommentar

Michael Wimmer bezieht in seinen Kommentaren regelmäßig Stelllung zu den neuesten Entwicklungen in Kultur, Bildung und Politik.
Ergänzt werden diese durch eigene Begegnungen und Erlebnisse im Rahmen seiner Tätigkeit als Dozent, Autor und Berater.

06/03/2026

Wenn Künstler autoritäre Regime schmücken – Über die Reinwaschung von Gestern und die Sensibilisierung für das Heute

Mit der Veröffentlichung seiner Studie “Genie und Gewissen” im Auftrag der Familie hat der Historiker Michael Wolffsohn die Diskussion um Herbert von Karjans Verhältnis zum Unrechtsregime der Nastionalsozialismus wiederbelebt ( https://www.perlentaucher.de/buch/michael-wolffsohn/genie-und-gewissen.html ). Während Wolffsohn dem Dirigenten allenfalls Opportunismus vorwirft, um seine Karriere um jeden Preis voranzutreiben sind es andere Historikerinnen wie Oliver Rathkkolb, die ihm durchaus eine Identifikation mit der nationalsozialistischen Gesinnung attestieren ( https://www.derstandard.at/story/3000000309114/karajan-endlich-entnazifiziert ).

Was bleibt ist in jedem Fall der Befund, das auch Künstlerinnen nicht immun sind gegenüber der Verführungskraft politischer Menschenverachtung. Und wir also gefordert sind, Herbert von Karajan und mit ihm Wilhelm Furtwängler, Karl Böhm, Clemens Krauss oder Hans Knappersbusch, die sich auf ihre Weise mit den Machthabern arrangiert haben, ins Verhältnis zu setzen mit aktuellen Künstlern, die ihre Kunst über ihre politischen Ansprüche stellen bzw in den Dienst von Menschenverächtern stellen.

Was ni ht ausschließt, anzuerkennen, dass Walery Gergiev mit seiner deklarierten Putin-Nähe gute Musik macht. Dass aber sein Kollege Teodor Currentzis vom Kunstsenat vorgeschlagen ausgerechnet jetzt mit der höchsten Ehrung der Republik Österreich ausgezeichnet werden soll, lässt auf einen beträchtlichen Mangel an historischem Bewußtsein schließen ( https://www.derstandard.at/story/3000000301132/wirklich-currentzis-kunst-kurie-do-your-job ). Immerhin dem könnte mit Karajans verunglückter Neuverortung abgeholfen werden.

Jedenfalls kommen wir um den Befund von Nikolaus Harnoncourt nicht herum, dass wir uns auf Künstler als Kämpfer für eine bessere Welt nicht verlassen können. Nach ihm verhielten sie sich ebenso verrückt wie alle anderen Menschen. Was nicht aussschließt. dass einzelne durchaus über ein demokratiefaffines politisches Bewusstsein verfügen, wie alle anderen Menschen eben.

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