Michael Wimmer
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Wimmer’s Comment

Michael Wimmer regularly comments on the latest developments in culture, education and politics in his german commentaries. These are complemented by his own encounters and experiences as a lecturer, author and consultant.

22/12/2025

Die Freundin wirds schon richten – Zur Bestellung von Sonja Hammerschmid zur Geschäftsführerin der Bundestheater-Holding

Die Bundestheater bekommen also eine neue Chefin. Nach zehnjähriger Tätigkeit beendet Christian Kircher seine Funktion und macht erstmals einer Frau Platz. Die die ehemalige SPÖ-Bildungsministerin und Rektorin der Veteriänrmedizinischen Universität Sonja Hammerschmid wird den Job übernehmen.

Es lohnt, einen Blick in die Pressekonferenz zu werfen: Ja, wunderbar, liebe Sonja, und danke, Du, lieber Vizekanzler, Du bist gtoßsartig, ich freu mich so…. wir erleben hautnah die linke Bussi-Bussi-Gesellschaft unter sich ( https://on.orf.at/video/14304344/pressekonferenz-bekanntgabe-der-neuen-geschaeftsfuehrung-der-bundestheater-holding ).

Nein, es darf kein Nachteil sein, wenn sich Auftraggeber und Auftragnehmerin gut kennen. Weniger überzeugend wird die Geschichte schon, wenn evident wird, dass Hammerschmied keinerlei Erfahrung in der Führung großer Kulturbetriebe hat. Und vollens zweifelhaft wird die Bestellung angesichts des Umstands, dass große Veränderungen anstehen, die auch schon medial diskutiert werden, etwa wenn der ehemalige Staatsoperndirektor Ioan Holender als Liebling der Medien agitiert, Staatsoper und Volksoper wieder unter einem Dach zu vereinen ( https://kurier.at/kultur/ioan-holender-staatsoper-volksoper-bundestheater-vorschlag/403115219 ).

Alles spricht dafür, dass Schwergewichte wie Bogdan Roščić, Lotte de Beer und Stefan Bachmann ihre Häuser angesichts angekündigter Sparbudgets mit Zähnen und Klauen verteidigen werden. Dazu kennen sie mittlerweile ihre Häuser wie ihre Westentasche.

Und dann kommt eine durchaus erfolgreiche Molekularbiologin daher, die von ihren Freundinnen als SPÖ-Frau für alles an die Spitze eines hochkomplexen Kulturunternehmens gehievt wird, ohne auch nur eine Ahnung zu haben, wie das Spiel funktioniert, mit dem Auftrag in der Tasche, einem Kulturkonzern ein zukunftsorientiertes Profil zu verpassen.

Andreas Babler ist kulturpolitisch weitgehend kompetenzlos angetreten. Seine Stärke liegt im unmittelbaren Kontakt mit Menschen, die er für sich zu begeistern versucht in der Hoffnung, sie würden es ihm mit Loyalität vergelten.

Umso wichtiger wäre es, sich mit Menschen zu umgeben, die in der Lage sind, sein persönliches Engagement auf eine konzeptuelle Grundlage zu stellen, um ihm mit den Überbau für seine (personellen) Entscheidungen zu erarbeiten. Dass das Rudolf Scholten als netzwerkender Mann von Gestern allein nicht vermag, ist spätestens mit der Entscheidung für Hammerschmid evident.

Ich weiß nicht, ob sich der amtierende Kulturminister bewußt ist, dass auch im Kulturbetrieb in den nächsten Jahren kein Stein auf dem anderen bleiben wird. Und wenn er sich nicht umfassend konzeptionell rüstet, seine Partei die letzten Verbindungen mit dem immer weiter an den Rand rückenden Kulturbetrieb verlieren wird.

Zu glauben, eine Parteifreundin, die schon alles Mögliche gemacht hat, würde es schon richten, könnte sich als gefährlicher Trugschluss erweisen – für die Sozialdemokratie ebenso wie für den Kulturbetrieb.

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