Michael Wimmer
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Wimmer’s Comment

Michael Wimmer regularly comments on the latest developments in culture, education and politics in his german commentaries. These are complemented by his own encounters and experiences as a lecturer, author and consultant.

28/02/2026

Marina Abramovic – Wenn eine Künstlerin Menschen zu Akteurinnen macht.

Die letzten Tage der Abramović-Ausstellung im Künstlerhaus – gerade noch geschafft ( https://www.albertina.at/albertina-modern/ausstellungen/marina-abramovic/?gad_source=1&gad_campaignid=21027759114&gclid=EAIaIQobChMItJG9jpT8kgMVudhEBx2nygMzEAAYASAAEgLGx_D_BwE )

Zuerst fällt auf, dass ich als Besucher umringt bin von jungen Menschen. Ein Gutteil des Publikums ist unter 20 Jahre alt, nein keine Schülerinnen-Gruppen sondern interessierte Jugendliche allein, als Paar, in kleinen Gruppen, die bereit sind, sich mit einer Künstlerin aus ihrer Großelterngeneration auseinander zu setzen. Also ja: Die performativen Künste haben eine Zukunft.

Die Ausstellung selbst beschreibt eine Frau, die eine unendliche Neugierde auf sich und die Reaktionen auf ihre Umwelt hat, denen beiden sie sich fast bedingungslos aussetzt.

Der seltsame Widerspruch, der mich beim Anschauen der Dokumentationen ihrer Performances überkommt, besteht vor allem darin, dass sich hier jemand unbedingte Unmittelbarkeit abverlangt, um diese im Rahmen dieser Ausstellung (und vieler anderer Dokumentationen) in eine scheinbar zeitlos-verstetigte Kunstform überzuführen und damit dem Kunstakt gerade das zu nehmen, was ihn ausmacht.

Und so stehen wir alle andächtig vor den Bildern einer individuellen Selbstentblößung, deren einzige folgerichtige Reaktion der Betrachterin nur darin bestehen kann, es ihr auf je eigene Weise gleichzutun. Und sich doch in einem musealen Setting zu wissen, das genau das ausschließt.

A propos Publikum: Hat sich erst einmal der erste Eindruck über eine Frau, die bereit ist, an und über ihre Grenzen zu gehen, gelegt, dann rückt das Publikum immer mehr in den Blick. Ja, da sind die vielen jungen Menschen, deren Blicke, Gesichtszüge, Verhalten, die das widerspiegeln, was bei ihnen Abramović jenseit ihrer Präsenz bewirkt.

Und dann sind da noch die Photos und Videos über all diejenigen, die die Künstlerinnen entweder mit ausgewählten Gegenständen eingeladen hat, bei “Rhythm 0” mit ihr zu machen wonach ihnen ist oder – wie im Moma “The Artist is Present” ( https://www.dailymotion.com/video/x88pyre ) – in hinreichender distanz den Blickkontakt mit ihr zu suchen.

Allein, diese Physiognomien in der wilden Mischung aus Abwarten, Verlegenheit, Mut und Übergriff beobachten und in all diese Gesichter schauen zu dürfen, hat den Besuch der Ausstellung gelohnt.

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